14 Mai „Hinschauen statt Wegschauen“ – Ein Interview mit Marion Kaiser zu mentaler Gesundheit
Mentale Gesundheit ist ein hochaktuelles Thema. Noch immer wird zu oft weggeschaut. Das geschieht häufig aus Unsicherheit und Orientierungslosigkeit im Umgang mit Menschen, die psychisch angeschlagen sind. „Hinschauen statt Wegschauen“ ist der Titel unseres neuen C-TO-BE Trainings. Es bedeutet, Menschen nicht allein zu lassen, sondern ihnen die Richtung zu weisen. Marion Kaiser ist C-TO-BE Trainerin und Coach sowie seit vielen Jahren Ausbilderin im betrieblichen Gesundheitsmanagement mit Spezialisierung auf Mentale Gesundheit in Unternehmen.Warum braucht es heute mehr denn je Trainings zu mentaler Gesundheit in Unternehmen?
Marion: Psychische Erkrankungen sind längst Teil des Arbeitsalltags geworden. Knapp ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland sind pro Jahr davon betroffen Viele Menschen funktionieren nach außen weiter, obwohl sie innerlich bereits stark unter Druck stehen. Genau deshalb ist frühes Hinschauen so wichtig. Unternehmen können einen enormen Unterschied machen, wenn Kolleg:innen lernen, Warnzeichen zu erkennen und Gespräche sicher zu führen, statt aus Unsicherheit wegzuschauen.
Worum geht es im Training „Hinschauen statt Wegschauen“ konkret?
Marion: Das Training vermittelt eine Art „Erste Hilfe für mentale Gesundheit“. Die Teilnehmenden lernen, psychische Belastungen besser einzuordnen, Red Flags zu erkennen und unterstützende Gespräche zu führen, ohne therapeutisch tätig zu werden. Gleichzeitig geht es darum, Sicherheit im Umgang mit schwierigen Situationen zu gewinnen, etwa bei Panikattacken, Überforderung oder Suizidalität.
Viele Menschen haben Angst in diesen ungewohnten Situationen, etwas Falsches zu sagen. Was empfiehlst du?
Marion: Diese Angst ist total natürlich. Genau deshalb üben wir im Training konkrete Gesprächssituationen. Oft braucht es keine perfekten Worte. Viel wichtiger ist ehrliches Interesse, empathisches Zuhören und die Bereitschaft, präsent zu bleiben. Ein einfacher Satz wie „Ich mache mir Sorgen um dich“ kann unglaublich viel bewirken.
Was verändert sich durch „Hinschauen statt Wegschauen“ im Umgang mit Betroffenen?
Marion: Es entsteht mehr psychologische Sicherheit. Menschen sprechen früher über Belastungen, Führungskräfte reagieren bewusster und Kolleg:innen fühlen sich weniger allein. Gleichzeitig reduziert sich Stigmatisierung. Mentale Gesundheit wird vom Tabuthema zu einer gemeinsamen Verantwortung.
Kontaktieren Sie uns, wenn Sie das Training in Ihrer Organisation anbieten möchten oder daran teilnehmen wollen.
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